Wenn Du über viele Jahre mit Menschen arbeitest, verändert sich irgendwann die Art, wie Du ihnen zuhörst. Du hörst nicht mehr nur das, was ein Mensch sagt. Du nimmst immer deutlicher wahr, aus welchem inneren Zustand heraus er es sagt. Genau das ist etwas, das ich über all die Jahre gelernt habe. Ich achte längst nicht mehr nur auf Worte, Erklärungen oder die Geschichte, die mir mein Gegenüber erzählt. Ich nehme die Energie dahinter wahr – und, wenn Du so willst, auch die Ladung, die auf diesen Worten liegt.

Denn jemand kann Dir mit den schönsten Worten erzählen, wie sehr er etwas verstanden, losgelassen oder geheilt hat. Wenn dahinter aber noch Kampf, Rechtfertigung, Kontrolle oder der unbedingte Wunsch liegt, etwas beweisen zu müssen, dann erzählt diese Ladung manchmal eine vollkommen andere Geschichte.

Und genau diese Kombination spricht für mich Bände.

Ich arbeite seit vielen Jahren mit Menschen, bilde Coaches und Trainer aus und habe dabei unzählige Methoden, Prozesse und vermeintliche Wahrheiten erlebt. Und vielleicht bin ich gerade deshalb bei einer Sache über die Jahre immer klarer geworden:

Wir müssen nicht aus allem einen Prozess machen.

Nicht aus jedem Trigger. Nicht aus jedem Gefühl. Nicht aus jedem körperlichen Symptom. Und schon gar nicht aus jedem Menschen, der gerade anders lebt, fühlt oder entscheidet, als wir es für richtig halten. Oder, um es mit meinen Worten zu sagen:

Leute, lasst doch die Menschen einfach mal in Ruhe.

Nicht jeder Trigger ist ein Auftrag zur Transformation. Nicht hinter jedem Gefühl wartet eine alte Wunde. Nicht jedes körperliche Symptom trägt eine geheime Botschaft und nicht alles, was unangenehm ist, muss geheilt werden.
Wir haben aus persönlicher Entwicklung teilweise eine permanente Beschäftigung mit uns selbst gemacht. Wir analysieren, optimieren, lösen, transformieren – und vergessen dabei manchmal etwas ziemlich Wesentliches:

das Leben einfach zu leben.

Vielleicht liegt die nächste Entwicklung deshalb nicht darin, noch tiefer zu graben, sondern klarer unterscheiden zu können: Was ist wirklich dran – und was darf einfach mal in Ruhe gelassen werden?
Und während Du weiterliest, beobachte ruhig, wo Du zustimmst und wo sich in Dir sofort Widerstand regt.

Vielleicht wird es genau dort interessant.

1. Nicht jeder Trigger will Dir etwas sagen

Du wachst morgens auf, hast schlecht geschlafen, die Kinder nerven, Dein Geschäftspartner schickt Dir irgendeinen Mist, dann fährt Dir noch jemand auf der Straße fast ins Auto und am Nachmittag bist Du einfach nur noch genervt. Und dann kommt einer und sagt:

„Schau mal hin, was will Dir Dein Trigger zeigen?“

Vielleicht will er Dir zeigen, dass Du einen scheiß Tag hast. Fertig.
Natürlich gibt es Situationen, in denen uns etwas übermäßig stark trifft, weil eine alte Erfahrung berührt wird. Natürlich lohnt es sich manchmal hinzusehen. Aber wir müssen nicht aus jeder emotionalen Reaktion einen Transformationsprozess machen.

Du darfst genervt sein.
Du darfst traurig sein.
Du darfst jemanden auch einfach scheiße finden.
Und Du darfst morgen wieder anders darüber denken, ohne heute Nacht noch Dein inneres Kind besuchen zu müssen.

Nicht jedes Gefühl braucht eine Intervention. Manches Gefühl möchte einfach gefühlt werden und wieder gehen. Das ist der Raum, den ich in meinen Coachings und Seminaren entstehen lasse. 

2. Eine Erkältung ist manchmal einfach eine Erkältung

Das ist auch so ein Ding. Du hast Halsschmerzen und irgendjemand fragt Dich, was Du gerade nicht aussprechen kannst.
Der Rücken tut weh und plötzlich sollst Du überlegen, welche Last Du in Deinem Leben trägst.
Und wenn die Nase läuft, findet bestimmt auch dafür jemand eine emotionale Erklärung.

Körper und Psyche hängen zusammen. Natürlich tun sie das.
Stress kann körperliche Prozesse beeinflussen, psychische Belastungen können körperlich spürbar werden und körperliche Erkrankungen wirken wiederum auf unsere Psyche.

Aber daraus zu machen, dass jedes körperliche Symptom eine versteckte emotionale Botschaft trägt, ist einfach übertrieben und belastet die Menschen in ihrem Alltag.

Manchmal ist eine Erkältung einfach eine Erkältung. Dann braucht dein Körper einfach einmal Ruhe und Entspannung. Denn das ist etwas, was sich die Wenigsten erlauben. Dein Körper zeigt Dir, gesehen werden zu wollen – weil Du Dein Bedürfnis nach Erholung nicht siehst. Punkt.
Entscheidend ist, mit den Befindlichkeiten auch in die Annahme gehen zu lernen, anstatt diese durch das Überwollen einer emotionalen Erklärung zu bekämpfen. Sobald Wollen und Ablehnung gleichzeitig im Raum sind, erhöht sich Dein innerer Widerstand. Und ja, Du denkst es Dir wohl bereits – die Beschwerden intensivieren sich.

Wir dürfen wieder lernen zu unterscheiden. Nicht alles braucht eine tiefere Bedeutung, nur weil wir eine hineininterpretieren können.

3. Du kannst Deinen Glaubenssatz hundertmal umschreiben – Dein System interessiert das vielleicht überhaupt nicht.

„Ich bin nicht gut genug.“ Also machen wir daraus: „Ich bin gut genug.“
Dann schreiben wir es morgens zehnmal auf, kleben es an den Spiegel und sagen es uns so lange, bis unser Kopf irgendwann sagt: Okay. Verstanden.

Und dann kommt im echten Leben jemand, den Du wirklich liebst, und sagt: „Ich will Dich nicht mehr.“
Und plötzlich kannst Du Dir Deinen schönen neuen Glaubenssatz irgendwohin kleben.

Denn jetzt passiert etwas. Jetzt wird es echt. Jetzt spürst Du Verlust, Angst, Wut, Hilflosigkeit oder was auch immer bei Dir hochkommt.
Und genau hier sehe ich einen großen Unterschied zwischen etwas verstanden haben und etwas wirklich verändert haben.

Glaubenssatzarbeit kann wertvoll sein. Aber sie kann auch eine wunderbare Möglichkeit sein, im Kopf zu bleiben. Du kannst Dein Thema perfekt erklären und trotzdem jeden Dienstag wieder genauso reagieren. Irgendwann reicht es nicht mehr zu wissen, woher etwas kommt.

Du musst bereit sein, Deinen Scheiß anzusehen, zu fühlen und im echten Leben eine andere Erfahrung zu machen.

Nicht nur darüber nachdenken. Wie Du das umsetzt, lernst Du bei mir.

4. Vielleicht musst Du gar nicht alles heilen.

Das Wort „Heilung“ ist mittlerweile überall. Da ist noch etwas zu heilen. Dort ist noch eine Wunde. Hier ist noch eine Blockade.
Und irgendwann läufst Du durch Dein Leben und suchst permanent nach dem nächsten kaputten Teil von Dir. Merkst Du etwas?

Vielleicht bist Du gar nicht so kaputt, wie Dir die Selbstoptimierungsindustrie manchmal vermittelt.
Vielleicht gibt es Dinge in Deiner Geschichte, die nicht schön waren und die trotzdem zu Deiner Geschichte gehören.
Vielleicht gibt es Eigenschaften an Dir, die andere Menschen nicht mögen und die trotzdem nicht geheilt werden müssen.
Vielleicht wirst Du bestimmte Situationen immer unangenehm finden.

Na und? Die Frage ist doch nicht: „Was kann ich noch alles heilen?“ Die Frage ist: „Was ist jetzt wirklich dran?“
Denn Du kannst Dich auch wunderbar mit Deiner Heilung beschäftigen, während Du genau der Entscheidung ausweichst, die Dein Leben tatsächlich verändern würde. Was meine ich damit?
Heilungsthemen können oftmals zu Ausreden werden, um endlich die Veränderung zuzulassen, nach der Du Dich wahrhaftig sehnst.

5. Vielleicht brauchst Du nicht noch eine Morgenroutine.

Higher Self. Erfolgsjournal. Manifestieren. Visualisieren. Meditieren. Affirmieren. Die zehn Schritte zum Erfolg.
Und irgendwann brauchst Du morgens zwei Stunden, um Dich darauf vorzubereiten, ein erfolgreicher Mensch zu sein, bevor Du überhaupt angefangen hast zu leben.

Ich habe nichts gegen diese Dinge. Wenn sie Dir guttun: mach sie. Aber frag Dich einmal ganz ehrlich: Hilft mir das gerade – oder beschäftigt es mich nur? Denn auch persönliche Entwicklung kann Beschäftigungstherapie werden, wenn Du irgendwann besser weißt, was man angeblich alles tun sollte, als das, was Du selbst eigentlich brauchst.

Vielleicht geht es irgendwann nicht mehr darum, noch eine Methode in Dein Leben zu holen, sondern den Fokus wieder auf Dich zu richten.

Dich wahrzunehmen. Dich zu spüren. Zu merken, wann Du Ruhe brauchst und wann Bewegung. Wann es Zeit ist hinzuschauen und wann es Zeit ist, etwas einfach stehen zu lassen. Wann Du handeln willst, weil es wirklich aus Dir kommt – und wann Du nur wieder einem Konzept folgst, das Dir erzählt, wie ein bewusstes, erfolgreiches oder erfülltes Leben auszusehen hat.

Und genau da beginnt für mich Wu Wei: das Tun im Nicht-Tun. Nicht passiv werden und darauf warten, dass das Leben irgendetwas für Dich erledigt. Sondern aufhören, aus innerem Druck ständig eingreifen, optimieren und verändern zu müssen. Manchmal ist eine klare Handlung dran. Und manchmal besteht die richtige Handlung genau darin, nichts zu erzwingen.

Die persönliche Entwicklungsindustrie kann Dir tausend Antworten geben. Sie kann Dir aber nicht abnehmen, Dich selbst wahrzunehmen.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Arbeit: wieder so klar mit Dir selbst verbunden zu sein, dass Du spürst, wann es etwas zu tun gibt – und wann Dein Tun darin besteht, nicht zu tun.

Das ist Wu Wei. Nicht weniger leben. Weniger gegen das Leben arbeiten. 

Genau damit beschäftige ich mich gerade sehr intensiv. Und in nächster Zeit werde ich einen Raum schaffen, in dem wir genau das nicht nur verstehen, sondern lernen und erleben werden. Mehr verrate ich Dir heute noch nicht.
Nur so viel: Es wird weniger darum gehen, was Du noch alles tun musst – und sehr viel mehr darum, wer Du wirst, wenn Du aufhörst, ständig etwas tun zu müssen.

6. Lass Dich endlich mal in Ruhe.

Ich glaube, Selbstoptimierung kann irgendwann zur Sucht werden.
Noch bewusster. Noch erfolgreicher. Noch regulierter. Noch spiritueller. Noch geheilter. Und irgendwann reicht es nicht einmal mehr, einfach etwas zu fühlen – es muss gleich ein Prozess sein.

Ich erlebe das mittlerweile sogar bei Coaches, die zu mir ins Einzelcoaching kommen.
Menschen, die so viel über Coaching, Körperarbeit und Transformation gelernt haben, dass sie teilweise ihre eigene Natürlichkeit verloren haben.

Da wird gezittert, geatmet, geschüttelt, gespürt und jede intensive Körperreaktion bekommt sofort eine Bedeutung. Und manchmal entsteht fast der Eindruck: Je außergewöhnlicher die Reaktion, desto tiefer muss wohl der Prozess gewesen sein.
Und dann frage ich manchmal ganz einfach: Was wäre, wenn Du gerade überhaupt nichts Besonderes durchmachst?
Was wäre, wenn Du nicht jede Körperreaktion interpretieren müsstest?
Was wäre, wenn Du nicht beweisen müsstest, wie tief Du gerade fühlst?
Und was wäre, wenn Dein Körper auch einfach wieder Körper sein dürfte, ohne dass Dein Kopf sofort eine Transformationsgeschichte daraus macht?

Versteh mich richtig: Körperreaktionen können absolut real sein. Emotionen können sich körperlich zeigen, Stress kann körperlich spürbar werden und intensive Prozesse können intensive Reaktionen auslösen.

Aber Intensität ist noch kein Beweis für Tiefe. Und eine spektakuläre Reaktion ist noch keine Transformation.

Manchmal sehe ich Menschen, die so viel gelernt haben, wie ein Prozess aussehen könnte, dass sie irgendwann vergessen haben, wie sie selbst eigentlich ganz natürlich reagieren würden.
Und genau da würde ich gerne wieder hin. Zu weniger Inszenierung. Weniger Interpretation. Weniger: „Schau mal, was gerade alles mit mir passiert.“

Und mehr zu der einfachen Frage: Was ist wirklich da?
Denn vielleicht ist die größte Entwicklung irgendwann nicht mehr, noch mehr an Dir zu entdecken. Vielleicht ist es die Fähigkeit, Dich wieder ganz natürlich sein zu lassen.

Deshalb sage ich einen Satz, den manche erst einmal falsch verstehen: „Lass Dich und die Menschen um Dich herum in Ruhe.“
Nicht, weil Entwicklung unwichtig ist. Sondern weil Du irgendwann aufhören darfst, aus Dir selbst ein lebenslanges Optimierungsprojekt zu machen.

Weniger Blödsinn. Mehr Wirkung.

Wenn Du meine Arbeit kennenlernen möchtest, dann komm zu einem meiner 2-Tages-Events: Geiles Leben,Warrior Days oder Coaching Days.

Nicht, damit Du danach mit zehn neuen Methoden nach Hause gehst und die nächste Baustelle in Dir suchst. Sondern damit Du wieder klarer unterscheiden kannst: Was ist wirklich Deins? Was ist wirklich dran? Und was darf endlich aufhören, ein Problem zu sein?

Und wenn Du merkst, dass Dich ein Thema wirklich beschäftigt, Du schon lange daran herumdenkst und sagst: „Denys, ich will den Scheiß jetzt endlich loswerden“, dann komm zu mir ins Einzelcoaching nach Lachen in der Schweiz.

Nimm 1.000 Euro mit – und Dein Thema. Mehr brauchen wir erst einmal nicht. Für einen Termin melde Dich HIER. 

Denn manchmal darfst Du Dich in Ruhe lassen. Und manchmal weißt Du ganz genau, dass etwas dran ist. Die Kunst liegt darin, den Unterschied zu erkennen. Wenn es wirklich etwas zu tun gibt: Tu es. Wenn nicht: Lass Dich in Ruhe und leb Dein Leben.

Mit Herz,
Denys